Staatsregierung muss Krisenvorsorge bei Lebensmittelversorgung verbessern
„In Niederbayern manipulieren Hacker die Kühlanlagen eines Supermarkts, große Mengen Lebensmittel müssen vernichtet werden. Auch im europäischen Ausland sind zahlreiche Supermarktketten von dem Cyberangriff betroffen. Das zeigt, wie verwundbar unsere Lebensmittelversorgung ist.
Bereits im August habe ich die Staatsregierung gefragt, wie sie unsere Lebensmittelversorgung gegen Ausfälle von Kühlanlagen absichern will. Die Antwort von Landwirtschaftsministerin Kaniber war ernüchternd: Keine Daten über entsprechende hitzebedingte Ausfälle, keine zusätzlichen Maßnahmen geplant, keine Fördermöglichkeiten für krisenfeste Kühltechnik. Die Verantwortung wird weitgehend auf die Betriebe abgeschoben.
Natürlich ist ein Cyberangriff etwas anderes als ein hitzebedingter Ausfall. Aber die entscheidende Frage ist dieselbe: Was passiert, wenn die Kühlung ausfällt? Und wie gut sind unsere Betriebe auf solche Krisen vorbereitet?
Dass ausgerechnet bei der Versorgung mit Lebensmitteln die Vorsorge so sehr von den Möglichkeiten einzelner Unternehmen abhängt, muss uns zu denken geben. Gerade kleinere Betriebe brauchen Unterstützung, um ihre Technik widerstandsfähiger zu machen und sich gegen digitale Angriffe zu schützen.
Der Freistaat muss jetzt darlegen, welche konkreten Vorkehrungen für die Lebensmittelwirtschaft bestehen, wie die Betriebe gewarnt werden und welche zusätzliche Unterstützung nötig ist. Denn Lebensmittelversorgung ist nicht nur eine betriebswirtschaftliche Frage, sondern auch eine Frage der öffentlichen Daseinsvorsorge.“
Foto: Maximilian König

