Kellerbrand in Landshut fordert Todesopfer und Verletzte

Kellerbrand in Landshut fordert Todesopfer und Verletzte
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Ein massiver Kellerbrand hat am späten Mittwochabend in der Äußeren Regensburger Straße in Landshut in einer mehrstöckigen Wohn- und Büroanlage ein Todesopfer und mehrere verletzte Personen gefordert. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut wurde zunächst um 22:33 mit dem Alarmstichwort „starke Rauchentwicklung im Gebäude“ alarmiert. Bereits kurz nach dem Erstalarm wurde durch die Leitstelle anhand weiterer Anrufe die Alarmstufe erhöht. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stellten diese eine massive Rauchentwicklung im Treppenhaus fest. Da am Anfang die Herkunft des Rauches nicht genau verortet werden konnte, wurde von den Atemschutztrupps umgehend mit der Evakuierung der noch im Gebäude befindlichen Personen begonnen. Dabei wurde eine Person mit der Drehleiter aus dem fünften Obergeschoss geholt, vier weitere Personen konnten mit Fluchthauben durch das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden. Alle anderen Personen (im Gebäude sind 30 Personen gemeldet) konnten das Gebäude ohne Hilfe der Feuerwehr verlassen bzw. waren bereits im Freien. Von den geretteten Personen mussten nach Kenntnisstand der Feuerwehr drei Personen rettungsdienstlich versorgt werden. Eine Person musste anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert werden, zwei Personen konnten vor Ort verbleiben. Alle evakuierten Personen wurden zunächst in einem extra bereitgestellten Stadtbus der Stadtwerke Landshut untergebracht und dort weiter von Notärzten, Sanitätern und Notfallseelsorgern versorgt bzw. betreut. 

Im Rahmen der Evakuierung- und Erkundungsmaßnahmen konnte die Ursache der Rauchentwicklung schließlich im Keller lokalisiert werden. Hier sahen sich die eingesetzten Atemschutztrupps einem massiven Kellerbrand mit einer enormen Rauch- und Hitzeentwicklung gegenüber. Da in dem verwinkelten Objekt auch nahezu keine Abluftöffnungen vorhanden und demzufolge zunächst keine vernünftige Belüftung möglich waren, stauten sich im Keller Rauch und Hitze immer mehr, was den Trupps nur ein sehr langsames und vorsichtiges Vorgehen ermöglichte. Am Brandort selbst wurden die Löschmaßnahmen dann zunächst mit Wasser und im weiteren Verlauf auch mit Löschschaum durchgeführt. Diese Löschmaßnahmen liefen wegen dem enormen Brandfortschritt und dem aus Elektrogeräten sowie Plastikteilen und den Holztrennwänden bestehenden Brandguts sehr schleppend und zeigten erst nach längerer Zeit in Verbindung mit einer durch weitere Zugangsmöglichkeiten stark verbesserten Belüftung Wirkung. Im Rahmen der weiteren Absuche des Kellers wurde von Atemschutzträgern dort dann eine leblose Person aufgefunden und umgehend ins Freie verbracht. Für die Person kam leider jede Hilfe zu spät.

Wegen des fortdauernden Einsatzes sowie der starken Verrauchung und Verrußung wurde schließlich entschieden, in der Nacht keine Personen mehr in das Gebäude zu lassen. Zur Sicherheit wurde das Gebäude durch die Stadtwerke komplett stromlos geschalten. Die Bewohner wurden, trotz zahlreicher Versuche des städtischen Katastrophenschutzes kurzfristig Hotelzimmer zu organisieren, schließlich im nahegelegenen Pfarrheim St. Konrad untergebracht. In diesem wurden für die Nacht extra Feldbetten aufgebaut. Die Betreuung und Versorgung mit Getränken und Lebensmitteln durch Rettungskräfte (SEG Betreuung des BRK) und Seelsorger wurde dabei weiterhin sichergestellt. Auch für die im Keller eingesetzten Atemschutztrupps der Feuerwehr wurde eine fachmännische Betreuung organisiert.

Der Einsatz endete für die Feuerwehr schließlich gegen vier Uhr morgens. Gegen 5:00 wurde durch ein Fahrzeug nochmal eine Brandnachschau durchgeführt, die aber ohne weitere Maßnahmen verlief. 

Im Einsatz waren unter der Leitung von Stadtbrandrat Sebastian Öllerer und Stadtbrandinspektor Martin Dax die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut mit den Löschzügen Stadt, Rennweg, Siedlung, Schönbrunn und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung sowie die Freiwillige Feuerwehr Piflas mit zusammen 20 Fahrzeugen und gut 100 Einsatzkräften. BRK, Johanniter und Malteser Hilfsdienst waren mit gut 50 Einsatzkräften – unter anderem acht Rettungswägen, mehreren Krankentransportwägen und Sonderfahrzeugen – vor Ort. Hinzu kommen mehrere Führungskräfte, Notärzte und Notfallseelsorger. Hinsichtlich der Brandursache und dem entstandenen Sachschaden hat die Kriminalpolizei noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen. 

Kellerbrand in Landshut fordert Todesopfer und Verletzte

Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut

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